In den meisten Bundesländern sind die Sommerferien vorbei. Die Schule hat wieder begonnen. Nach dem Corona bedingten Lockdown und dem darauf folgenden eingeschränkten Schulbetrieb sind die Schulen nun wieder zum regulären Unterricht zurückgekehrt. Auch wenn vielerorts die Maskenpflicht sowie die Abstandsregeln innerhalb der Klassenräume aufgehoben wurde, gelten doch im Unterricht zur Zeit einige einschränkende Regeln. Dazu gehört, dass die Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts auf ihren Plätzen sitzen bleiben müssen. Die Tischreihen sind frontal ausgerichtet. Um unnötige Kontakte zu vermeiden, verzichtet man zurzeit auf Gruppenarbeiten, Stationenlernen und andere offene Unterrichtsformen. Eine Frage, die sich besonders Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer in dieser Zeit stellen, ist, wie in diesem Setting das gegenseitige Kennenlernen funktionieren kann?

Wo man unter normalen Umständen mit der Klasse einen Kreis bildet, Gruppen- oder Partnerarbeiten durchführt oder sonstige Aktivitäten im Klassenraum stattfinden lässt, sind nun die Möglichkeiten doch sehr eingeschränkt. Fantasie und Kreativität sind gefragt, wenn es um das gegenseitige Kennenlernen geht. In vielen Fällen kann man Spiele, die normalerweise im Kreis stattfinden, einfach leicht abwandeln und auf diese Weise tauglich für den Frontalunterricht machen. In diesem Blogbeitrag möchte ich dir ein Kennenlernspiel an die Hand geben, das normalerweise ebenfalls im Kreis durchgeführt wird, aber auch anders funktioniert.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennenlernen

In diesem Kennenlernspiel sitzen alle Schülerinnen und Schüler auf ihren Plätzen und du als Lehrkraft stellst Fragen. Fragen zum Kennenlernen könnten z.B. lauten:

Wer hat mehr als zwei Geschwister?
Wer hat ein Haustier?
Wer liest gerne?
Wer benutzt sein Handy weniger als eine Stunde pro Tag?
Wer spricht noch eine andere Sprache außer Deutsch?
Wer mag Rap?
Wer war schon einmal auf einem großen Konzert?
Wer schaut regelmäßig die Nachrichten?
Wer liest Zeitung?
Wer war schon einmal außerhalb von Europa?
Wer weiß was ein Genitivobjekt ist?

Alle Schülerinnen und Schüler, die diese Frage mit Ja beantworten können, stehen auf. Alle anderen bleiben sitzen. Anschließend fordert man die Kinder und Jugendlichen auf, etwas dazu zu sagen. Du kannst sie beispielsweise nach den Haustieren fragen, die sie besitzen oder auf welchem Konzert sie genau waren. Dadurch, dass alle Schülerinnen und Schüler, auf die die Frage zutrifft, aufstehen, können die Kinder sehen, wer z.B. außer ihnen noch Rap mag oder eben nicht. Gemeinsamkeiten werden sichtbar, aber auch Unterschiede. Manch einer wird feststellen, dass er über seine Mitschülerin oder seinen Mitschüler etwas ganz Neues lernt oder eine Gemeinsamkeit mit ihr oder ihm hat, von der er noch nichts wusste.

Frage, was passt

Die Fragen, die du stellen möchtest, solltest du dir im Vorfeld überlegen. Vielleicht möchtest du auch witzige und verrückte Fragen in dein Repertoire mit aufnehmen? Und vielleicht möchtest du am Ende auch Fragen stellen, die sich auf dein Fach oder gar auf das neue Unterrichtsthema beziehen. Oder du lässt deine Schülerinnen und Schüler am Schluss eigene Fragen stellen, die sie persönlich interessieren. So könnte z.B. ein Mädchen, das Pferde mag und gerne reitet, genau dazu eine Frage stellen, um zu erfahren, ob es noch jemanden mit diesem Hobby in der Klasse gibt. Gerade diese Variante bietet den Kindern eine schöne Gelegenheit, etwas über ihre Mitschüler zu erfahren und unkompliziert miteinander in Kontakt zu kommen.

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Dies ist ein Beitrag von Claudia Rehder

Claudia Rehder; Bildnachweis: Eveline Conrads | Offenbach am MainClaudia Rehder ist erfahrene Lehrerin und Coach. Auf ihrer Online Plattform TeachersUp, in Workshops und Coachings bereitet sie Lehrer optimal auf ihren Beruf vor und unterstützt sie bei allen Herausforderungen des Schulalltags. Ihr Wunsch ist es, dass Lehrerinnen und Lehrer für und nicht gegen sich arbeiten.

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