Zugegeben, die aktuelle Situation bereitet nicht nur uns Lehrerinnen und Lehrern Sorge, sondern auch unseren Schülern. Angst und Panik sind jedoch eher schlechte Ratgeber. Viel besser beraten ist man hingegen, wenn man ruhig bleibt mit einem gewissen Respekt vor der Situation. Wer ängstlich ist oder gar panisch reagiert, schwächt damit nachweislich sein Immunsystem. Genau dieses aber brauchen wir jetzt besonders.
Uns das nicht nur selbst klar zu machen, sondern auch mit unseren Klassen darüber zu sprechen oder es ihnen schriftlich mitzuteilen, kann eine ebenso hilfreiche, wie sinnvolle Maßnahme sein.

Ob wir in der jetzigen Krise Angst entwickeln oder eher gelassen reagieren, wurde, wie man heute weiß, bereits durch unsere sehr frühen Prägungen im Mutterleib festgelegt. Bereits als Ungeborene lernen wir – übermittelt durch den Hormoncocktail, den unsere Mutter damals ausschüttete – Gefühle wie Urvertrauen oder Angst und Unsicherheit. Ersteres stärkt uns in Krisenzeiten und lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken. Erlernte Angst dagegen macht uns anfälliger für Stress und wir handeln unter Umständen panisch und irrational.

Wie stark ist deine Angst?

Wie groß dein persönliches Angstempfinden ist, kannst du leicht feststellen, indem du versuchst, deine Angst auf einer Skala von eins bis zehn einzuschätzen. Eins steht für null Angst und 10 für sehr starke Angst. Ist dein Wert höchstens vier, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Liegt er jedoch höher, so habe ich hier drei Tipps für dich. Sie können dir wirkungsvoll helfen, deine Angst im Zaum zu halten. Gerne kannst du sie auch an deine Schülerinnen und Schüler weitergeben.

Richte deinen Fokus, sprich deine Aufmerksamkeit auf das Positive der Situation. Allzu leicht lassen wir uns durch die vielen schlechten Nachrichten, die uns in dieser Zeit erreichen, herunterziehen. Jedoch gibt es in jeder Krise auch positive Aspekte, die wir bewusst in den Mittelpunkt unserer eigenen Aufmerksamkeit stellen können. Damit meine ich nicht, dass du die Situation ignorieren oder gar wegschauen sollst. Vielmehr geht es darum, den eigenen Blick immer wieder auch auf das Positive zu richten, das in diesen Krisenzeiten entsteht. Auf diese Weise verhinderst du, dass du deine eigene Stimmung niederdrückst und wiederum der Angst zu viel Raum gibst.

Wie du die Angst im Zaum hältst

Der zweite Tipp, den ich dir gerne geben möchte, ist der: Umgib dich, wenn möglich, mit Menschen, deren Angstempfindung auf der gerade erwähnten Skala unter fünf liegt. Telefoniere und chatte also mehr mit Menschen, die angesichts der aktuellen Situation gelassen und zuversichtlich bleiben, also tendenziell mehr Urvertrauen besitzen. Ihre Energie wird dir gut tun und du lässt dich vielleicht gerne davon anstecken, was wiederum deine Angst im Zaum hält.

Wenn dich die Angst dann doch einmal überkommt, tue Dinge, die du als Kind schon gerne getan hast. Dazu könnten z.B. puzzeln, basteln, malen, Musik hören oder auch Videospiele gehören. All das, was du als Kind bereits gerne getan hast, hat dir mit größter Wahrscheinlichkeit schon während deiner Kindheit gegen deine Ängste geholfen und dich beruhigt. Du kannst diese Beschäftigungsmöglichkeiten nun gezielt einsetzen, um deine Aufmerksamkeit weg von der Angst hin zu etwas Vertrautem zu lenken. Das gibt Sicherheit und du kommst zur Ruhe.

Diese Tipps sind übrigens in allen Stresssituationen hilfreich, auch für unsere Schülerinnen und Schüler, wenn sie z. B. jetzt im Abitur unter Prüfungsangst leiden.

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Dies ist ein Beitrag von Claudia Rehder

Claudia Rehder; Bildnachweis: Eveline Conrads | Offenbach am MainClaudia Rehder ist erfahrene Lehrerin und Coach. Auf ihrer Online Plattform TeachersUp, in Workshops und Coachings bereitet sie Lehrer optimal auf ihren Beruf vor und unterstützt sie bei allen Herausforderungen des Schulalltags. Ihr Wunsch ist es, dass Lehrerinnen und Lehrer für und nicht gegen sich arbeiten.

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