Hand aufs Herz: Ist die Gelassenheit ein gern gesehener Gast in deinem Schulalltag? Was antwortest du? Manchmal? Kaum? Sicherlich kennst du das auch. Du gerätst während des Unterrichts in eine Situation, die dich stresst und du reagierst darauf total genervt. In einer ähnlichen Situation einen Tag später bleibst du hingegen entspannt und souverän. Du erklärst es dir mit deiner Tagesform. Aber eigentlich möchtest du immer in der Lage sein, gelassen zu reagieren?

Gelassenheit selbst gemacht

Nun, dazu darfst du dich zunächst fragen, wann du eigentlich grundsätzlich gelassen reagierst? Wann genau bist du dazu in der Lage? Die Antwort liegt meines Erachtens auf der Hand: Wenn Du selbst grundsätzlich gelassen, entspannt und gut drauf bist, sprich, wenn es dir selbst gut geht. Genau dann bist auch du gelassen und souverän und kannst in den widrigsten Situationen entspannt und ruhig reagieren. Die zweite Frage, die sich hier unmittelbar anschließt, ist die, wann es dir richtig gut geht? Auch hier ist die Antwort naheliegend: Es geht dir dann gut, wenn du etwas Gutes für dich getan hast und dadurch zufrieden bist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass du dir selbst etwas Gutes tun solltest. Ruf deinen besten Freund, deine beste Freundin mal wieder an. Überlege dir, was dir persönlich gut tut, was dir Kraft gibt, womit du den Schulstress am besten ausgleichen kannst. Aber überlege es dir nicht nur, sondern tue es! Nimm das sehr ernst und sehr wichtig. Nimm dich selbst wichtig und setze dich selbst an erste Stelle. Höre ich dich jetzt sagen, das sei egoistisch? Das ist es mit Sicherheit nicht.

Sorge zuerst gut für dich selbst

Denn du kannst nur gut für andere sorgen, wenn du zuerst dich selbst gut versorgst. Wenn du schon mal geflogen bist, kennst du die Sicherheitsanweisungen, die vor Beginn des Fluges gegeben werden. Wenn es um die Sauerstoffmasken geht, wird jedes Mal betont, dass man sich zuerst selbst mit einer Atemmaske versorgen solle, bevor man seinem Sitznachbarn oder gar dem eigenen Kind hilft.

Dies erscheint uns, die wir schon von Berufs wegen anderen gerne helfen, tatsächlich egoistisch, ist es aber nicht. Denn du könntest ohne Sauerstoffmaske, sehr schnell niemandem mehr helfen und würdest obendrein selbst Schaden erleiden. Daher ist es wichtig, dass du, auch wenn es sich egoistisch für dich anfühlt, zuerst gut für dich selbst sorgst und an dich denkst, bevor du an andere denkst und andere versorgst. Wenn unser Körper gestresst ist, können wir in stressigen Situationen nicht mehr souverän reagieren. Das hast du sicherlich auch schon sehr oft im Schulalltag, aber auch im privaten Bereich erlebt.
Stelle dich also selbst an die erste Stelle. Arbeite stets für dich, nicht gegen dich. Nur dann kannst du als Lehrerin bzw. Lehrer mit natürlicher Gelassenheit auch für deine Schülerinnen und Schüler da sein.

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Dies ist ein Beitrag von Claudia Rehder

Claudia Rehder; Bildnachweis: Eveline Conrads | Offenbach am MainClaudia Rehder ist erfahrene Lehrerin und Coach. Auf ihrer Online Plattform TeachersUp, in Workshops und Coachings bereitet sie Lehrer optimal auf ihren Beruf vor und unterstützt sie bei allen Herausforderungen des Schulalltags. Ihr Wunsch ist es, dass Lehrerinnen und Lehrer für und nicht gegen sich arbeiten.

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